Cult - Aussenansicht

Es kommt nicht oft vor in unseren Breitengraden, dass eine Wochenend-Location ihren 10 Geburtstag feiern darf. Es gehört schon eine gehörige Portion Ehrgeiz, Willen und manchmal auch Glück dazu über eine ganze Dekade und mindestens 2 Generationen an Partygästen beständig zu arbeiten und immer noch am Puls der Zeit zu sein. So ist es für uns Zeit einen Blick hinter die Kulissen zu wagen und mit Machern und Helfern über „10 Jahre CULT“ zu sprechen.

Wie habt ihr vor 10 Jahren den Umzug aus dem lieb gewonnenen Tiffany ins CULT aufgenommen? Was überwog - Wehmut oder Freude?
Micha: Es war natürlich von Beidem etwas dabei. Das Tiffany war unser eigen Fleisch und Blut, dort haben wir 9 wunderschöne Jahre verbracht, hatten es im Laufe der Jahre u.a. geschafft, fast die gesamte deutsche DJ Elite nach Frohburg zu locken. Nachdem wir aber zum Closing nicht wenige Tränen vergossen haben, war sie dann da, die Freude auf das neue, einzigartige Projekt „CULT“, in der schon zum Abriss freigegebenen alten Brikettfabrik Neukirchen. Ein solches gigantisches Objekt nach unseren Vorstellungen umzubauen war unheimlich spannend.
Heini: Das Tiffany war unser Stammhaus und wir waren traurig es verlassen zu müssen, doch ein in Deutschland so einzigartiges Projekt wie das CULT zu betreuen war riesig.

Das komplette Interieur im CULT wurde von einem Innenarchitekten perfekt durchgestylt. In wie weit konntet ihr an der Neugestaltung der Eventlocation CULT mitplanen und eure Erfahrungen einbringen?
Micha: Der Um- und Ausbau der alten Brikettfabrik erfolgte nach unseren Vorstellungen, eng vernetzt mit den Ideen des Bildhauer und Grafiker Paul Böckelmann, welcher das Projekt hierzu gemeinsam mit uns entwickelt hatte.
Heini: Es war eine tolle Zusammenarbeit mit Paul. Bewusst wurde kein Diskothekenbauer, sondern ein Künstler engagiert.

Das CULT überzeugte schon immer mit wechselnder Deko, zahlreichen illustren Elementen, guten Lichtkonzepten und der ein oder anderen tollen Videoperformance. Von wem kommen die Ideen und wer setzt sie um?
Heini: Auch hier haben wir immer unsere eigenen Ideen eingebracht und verwirklicht. Die 3 beweglichen überdimensionalen Hämmer sollten an den Industriebau erinnern.
Micha: Was die Deko betrifft haben wir mit Sven („Knäcke“) natürlich jahrelang einen der besten seiner Zunft in unseren Reihen. An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön für die geile Arbeit!
Im CULT gab es große Events. Ich denke an die „Alarms“ Partyreihe mit Rush, an die Auftritte von Sven Väth oder Gigi D´Agostino. Was waren eure Highlights?
Micha: Unvergessen ist der zweite Auftritt von Sven Väth im CULT, als wir kurzfristig (12 Tage) eingesprungen sind, da Moskau als Date für Svens World Tour gecancelt wurde. An diesem Abend hatten wir schlussendlich mit Sven Väth, Andre Galluzzi und Paul Brtschitsch (live) ein Line up, wie man es sonst auch im Cocoon Club oder Amnesia vorfinden könnte. Nicht vergessen wollen wir aber auch die „kleineren“ Partys mit regionalen Acts, welche nicht selten den größeren Events rein stimmungstechnisch mindestens ebenbürtig waren. Es ist halt immer wieder schön, wenn die Gäste zufrieden nach Hause gehen.

In all den Jahren sind auch zahlreiche Deejays groß geworden bei euch. Ich denke an Leute wie Christian Fischer, Abdamon, Kiss oder Janosh. Wie ist der Draht heute zu ihnen?
Micha: Sicher haben wir immer noch Kontakt, wobei natürlich jeder mehr und mehr mit seiner eigenen Arbeit genug zu tun hat, sei es nun als „Global Player“, erfolgreicher DJ, Veranstalter oder Booker. Manchmal kreuzen sich dabei unsere Wege und wir haben natürlich nicht vergessen, dass wir mit den Jungs schon irgendwie einige Jahre in irgendeiner Form gemeinsam bestritten haben.

Am 28.11. kommt ein alter Freund ins CULT – DJ Rush. Was kann man erwarten?
Heini: Auf den Auftritt freue ich mich besonders, denn Rush ist ein guter Freund, der gerne ins CULT kommt.
Micha: Es gibt einen speziellen RUSH, das wird sehr interessant, denn er wird in dieser Nacht u.a. Chicago House auflegen. Dieses Rush-Set setzt die Sahnehaube auf unsere fette Birthday Party Torte, denn 10 Jahre kann man schon bissel feiern, oder?

Das Jubiläum richtet sich sowohl an alle Stammgäste, als auch an die vielen „alten“ CULTgänger von früher und die aktuelle Fangemeinde. Was erwartet alle Gäste am 28.11.?
Micha: Wir hoffen natürlich, dass für jeden was dabei ist, sowohl für die aktuelle Party Crowd als auch für die vielen „Ex Gäste“, für die 10 Jahre CULT mal wieder ein Grund sein könnte, das Baby der Oma zu überlassen und sich auf den Weg nach Neukirchen zu machen, um mit uns gemeinsam diesen Ehrentag zu feiern und dabei vielleicht der ein oder anderen durchtanzten Partynacht vor 5 oder 6 Jahren zu gedenken. Dabei wird neben den aktuellen Hits auch den guten alten Stuff der letzten 10 Jahre geben.

In 10 Jahren CULT haben zahlreiche Leute mitgewirkt, gedreht und geholfen. Wem gilt der Dank?
Micha: Als erstes natürlich unseren lieben Gästen, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank selbstverständlich auch allen fleißigen aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern und Helfern, allen Beteiligten von Projektleiter bis zur Reinigungskraft. Sicher haben wir einige vergessen. Dafür sorry!

Interview: Nico Walther