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DJ Rush - Interview

Titelmotiv -

Weit über 80 Releases, genauso viel Remixe, 10 Mix CD´s, an die 30 Tracks auf diversen Compilations, dazu Scratch-Tools und Vocals haben ihn längst zum Producaholic avancieren lassen und zeugen von konstanten Leistungen in einem oft kurzweiligen Business. Neben dem Produzieren von Welthits wie „Motherfuckingbass“ war er 365 Tage im Jahr quer über den Planeten unterwegs. Mittlerweile sucht sich DJ Rush seine Gigs deutlich genauer aus, tritt dort allerdings mit purer Leidenschaft und voller Energie auf. Kurz vor seinem Auftritt im Cult Neukirchen haben wir ein paar Fragen an ihn gestellt.

Du willst dich aus dem aktiven DJ Business zurückziehen, aber trotzdem fliegst du jedes Wochenende um die Welt. Wie schaffst du es dich trotzdem um deine Familie zu kümmern?
Aus dem aktiven DJ Business zurückziehen...ha ha ha...sowas habe ich nie gesagt. Wenn ich in der Richtung was gesagt habe, dann dass ich mehr auf mich achten werde und etwas weniger spielen werde, so dass ich mehr Zeit für mich und meine Familie habe. Ich bin so viele Jahre um die Welt gereist und habe bei jedem Event 110% gegeben, dass ist hart, weil so viele Leute von mir so viel erwarten. Wenn ich krank bin, fliege ich trotzdem zu den Gigs, wenn die Party nicht so voll ist, gebe ich trotzdem alles, weil ich liebe was ich tue. Es ist meine Leidenschaft. Danach liebe ich es natürlich mich auch mal zurückzulehnen und ein bisschen Zeit für mich zu haben und natürlich für meine Familie. Die Familie steht an erster Stelle für mich, weil ich nach Hause kommen kann und die Liebe spüre, ich ich selbst sein kann, ohne Gedanken und Stress an das Musik Business.

Was macht Isiah, wenn er gerade mal nicht auflegt?
In meiner Freizeit liebe ich es DVDs zu schauen. Ich werde gern unterhalten, es ist ein nette Abwechslung zum ständigen Unterhalten, so lehne ich mich zurück und lasse mich halt gern von einen Film unterhalten.

Viele verbinden mit DJ Rush Energy-Techno, obwohl du gern auch deine Liebe zum Chicago House zeigst. Stört dich das/Ist das nicht Schade für dich?
Natürlich nicht, das wird es niemals sein. Warum? Ich bin wer ich bin und ich tue was ich tue. Das schöne daran ist, dass ich tuen kann was ich will, wann ich will, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich dafür zu schämen. Ich bin mit House aufgewachsen, nicht mit Techno. Was solls, ich bin bekannt dafür die Leute zu unterhalten und ich selbst zu sein. Das ist es worum es für mich bei Musik geht, sich nicht in eine Schublade drücken zu lassen. Ich kann House spielen, Disco oder Techno und finde immer die gleiche Energie darin, weil ich liebe was ich tue, dass macht es so ausdrucksstark wenn ich spiele. Um ehrlich zu sein, ich habe schon immer die Stile vermischt in meiner Musik. Ich fang nicht an mich einzuschränken, wenn ich meine Fans unterhalte. Ich mag es, wenn sie eine verdammt gute Zeit haben während sie auf meinem Event sind und sie es danach mit einem Lächeln verlassen. Also nix mit Schade...es ist alles Liebe...

Wie wichtig sind dir deine Fans? Auf deiner Webseite pflegst du deine Fanfreundschaften sehr intensiv mittels Chat und Votings.
Ich liebe meine Fans, ich weiß wie es ist einen Künstler zu unterstützen und zu versuchen ein Teil von etwas zu sein. Ich selbst begann damit auf Parties zu gehen und den Künstlern zuzujubeln, schreien und zu tanzen wie verrückt. Somit kann ich es meinen Fans ganz gut nachempfinden, weil ich genauso bin. Ja, machmal gibt es auch Fans die ein bisschen überdreht sind, aber ich urteile nicht über sie, denn wer bin ich, sie mit mit einem Urteil zu belegen. Mein Fans sehen zu mir auf und erwarten eine gute Show und ich tue mein bestes ihnen diese zu geben. Leider kann ich nicht mit allen sprechen, aber ich versuche alles ihnen zu zeigen, dass ich es würdige und dankbar bin, dass sie mir zu dem Erfolg verhelfen, denn ohne sie wäre es vorbei...

Du warst früher fast ein "Stammgast" im CULT und hast die legendäre Partyreihe „Alarms“ angeführt. Was hast du noch für Erinnerungen an den Club?
Meine Fans, der Veranstalter, der Sound, das Licht und die Leute des Clubs machten die Nächte da so fantastisch. Ich bin immer aufgeregt gewesen als die Dates im Cult anstanden. Man schaute aus dem Fenster und sah die Leute, so aufgeregt und bereit zum tanzen. Ich war und bin immer nervös vorm auflegen. Ich erinnere mich an so viele Dinge, wenn ich da gespielt habe, ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben. Bei einigen Sachen würdet ihr euch kaputtlachen. Es ist wie eine große Familienfeier.

Am 28.11. feiert das CULT den 10. Geburtstag. Gibt´s ein musikalisches Geschenk von dir?
Ich MUSS mit etwas besonderem aufwarten... Es wäre eine Sauerei, wenn ich zu diesem Event unvorbereitet käme, schließlich war ich mal Teil des Ganzen und möchte etwas zurückgeben. Ich werde ein spezielles Set spielen, bei dem ich langsam aufbaue bis hin zu straffen Techno. Ihr werdet einen authentischen Rush bekommen, liebenswürdig und voller Überraschungen... Lasst es uns zusammen zu einem besonderen 10 jährigen machen...

Interview: Nico Walther

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