Prosa Edda - Altisländische Göttergeschichten
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Prosa Edda - Altisländische Göttergeschichten

Genre
Mythologie, Sagen
Autor
Snorri Sturluson
Verlag
Manesse
Erscheinungs­datum
01.03.1991
Erscheinungs­form
Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 256 Seiten

Bewertung

Michael Möbius, Dec 2011

5 / 5 Sternen

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Ein mittelalterlicher Blick in die Vergangenheit. Es war einmal, vor langer, langer Zeit, ein isländischer Dichter. Und der mochte alte Geschichten. Erst recht solche von Göttern, Riesen, Alben (Elfen), Zwergen und allerlei sonstigen heimlichen Geschöpfen. Dieser Begeisterte las nun in der Vers-Edda, die noch viel, viel älter war als er und er fand, man sollte dies verständlicher formulieren, damit es auch seinen Mitmenschen gelänge sich daran zu freuen. Und wer Mitmensch war, der freute sich.

Doch auch heutzutage gibt es Mitmenschen. Ob die sich freuen würden dies zu lesen? Wenn sie sich darauf einlassen und ein wenig Interesse mitbringen, dann vielleicht. Wenn sie sich dazu auch noch in nicht ganz einfache Sätze hineinfinden und einer Kanonade an Namen und einem Trommelfeuer an Anmerkungen standhalten, ist es sogar recht wahrscheinlich. Jedoch, dies Buch ist gewiss nicht für jeden, ein solches von Wert. Allein dem Rezensenten gefiel es.

Warum? Nun, hier treffen wir die ganze nordische Götter- und deren Umwelt, in sehr kurzen Episoden verdichtet, an. Diese Vorstellungen der Nordmänner und -männinen sind einfach von einer karg-schroffen Schönheit. Wie ein isländisches Steinfeld, von einem Gletscherberg gekrönt, mit einer fernen Rauchwolke am Horizont, welche den Flugverkehr lähmt. Dick eingepackt und allein meint man den Hammerschlag Thors im Krachen des Windes zu vernehmen. Freyas „Lebensfreude“ ist die beste Gastfreundschaft und ihre Lippen schmecken nach dem Met der Dichter. Während Loki irgendwo bei den Reif-Riesen seine groben Scherze treibt. Und über allem thront Odin, zitternd vor dem Fenris-Wolf und der Götterdämmerung.

Soll niemand sagen Angestaubtes hätte nicht auch seinen Reiz. Diesem ist zudem Hilfreiches beigegeben. Dem Frage-Antwort-Spiel des „Gylfaginning“ (Wie Gylfi getäuscht wurde), wie auch dem der „Skáldskaparmál“ (Sprache der Dichtkunst) folgen nämlich Erörterungen, eine vergleichende Übersetzungspassage, ein nachgestellter Prolog des Autors, eine kurze Abfolge des Lebens von Snorri und in all dem enthalten auch die Einordnung in die Entstehungszeit.

Wie eigentlich alle Bücher aus der Reihe „Bibliothek der Weltliteratur“, des Manesse-Verlages, hat auch dieses seinen Preis, ist dafür aber auch ausgesprochen hübsch, handlich und handwerklich einfach top. Auch in diesem Falle ist es dazu noch ein Stück Literaturgeschichte. Wer nun die nordischen Götter kennenlernen möchte, der kann natürlich darauf hoffen sie dereinst in Walhalla, oder in der Hel, zu treffen oder beim Ritt über den Bifröst (Regenbogen). Aber sicherer wäre es, er würde das Buch kaufen. Daher sei dieses jenem auch anempfohlen. Wem das als Anreiz nicht reicht, es ist auch noch ein wenig trojanischer Krieg und ein Schwank Nibelungensaga dabei. Eben alles in allem: Recht hübsch. (Text: )

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