Nee, wir haben nur freilaufende Eier!
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Nee, wir haben nur freilaufende Eier!

Genre
Satire, Humor
Autor
Thomas Neumann, Nico Degenkolb, Felix Anschütz, Krischan Dietmaier
Verlag
Heyne
Erscheinungs­datum
01.10.2010
Erscheinungs­form
Taschenbuch, 272 Seiten

Bewertung

Michael Möbius, Feb 2011

5 / 5 Sternen

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Nein, das ist nicht der Titel der neusten Ausgabe von ökologisch kochen, sondern der zweite Streich von Deutschland im O-Ton. Wie auch schon im ersten Buch, können wir wieder mehr oder weniger witzige und spannende Belauschnisse lesen, die mühevoll zusammen getragen und aufgeschrieben wurden. Eine bessere Fortsetzung kann es nicht geben.

Fazit

Das Buch ist in zehn Kapitel aufgeteilt, die bildhaft benannt sind. Schon beim Lesen des Titels, weiß man gleich worum es geht. Mein persönliches Lieblingskapitel ist „Große Gefühle - Jetzt fühl' ich mich wie 'ne Kiste von IKEA“. Dort geht es um die Gefühlsäußerungen und -ausbrüche unserer Mitbürger. Diese sind immer auf den Punkt gebracht, doch leider nicht immer nett anzuhören, für den Gegenüber. Ich möchte euch natürlich nicht meinen absoluten Favoriten vorenthalten:

Münster. Im Supermarkt.

Ein Vater mit seinem kleinen Sohn, zur Stoßzeit im Supermarkt. Das Kind sitzt im Kindersitz im Einkaufswagen. Vor der Käsetheke stehen Paletten und viele Leute. Es ist sehr eng.

Vater (liebevoll): „Papa lässt dich mal eben ganz kurz hier stehen und kauft ein bisschen Käse, ja?“

Kind: „Ich glaube, das könnte mir das Herz brechen.“

Auch zu empfehlen ist die Homepage von belauscht.de, dort kann man selbst mitwirken und seine lustigen und skurrilen Geschichten zum Besten geben. Außerdem erscheinen dort fast täglich neue Storys unserer Mitmenschen. Was ebenfalls positiv auffällt, sind die kleinen Illustrationen von Lucia Götz, die richtig gut zu diesem Buch passen. Einziger Kritikpunkt ist das letzte Kapitel mit dem Namen „Moderne Mythen“. In diesem Kapitel geht es um Geschichten, die wohl zufällig einigen Leuten in Deutschland passiert sind. Ich finde diese weder gut noch lustig, im Gegenteil, sie lesen sich wie schlechte Grundschulwitze. Meiner Meinung nach nicht erwähnenswert. Auf diesen Seiten hätte ich gerne noch mehr echte Erlebnisse gelesen. Alles in allem genau richtig für lange Bahnfahrten und alleinige Café-Aufenthalte. Man spitzt dabei gleich die Ohren, in der Hoffnung selbst Zeuge eines solchen Dialoges zu werden.

Die Idee entstand am Küchentisch. Thomas Neumann, Nico Degenkolb, Felix Anschütz und Krischan Dietmaier, damals Bewohner einer Augsburger WG, lachten über unfreiwillig komische Gespräche und skurrile Begebenheiten, die sie in den letzten Tagen „belauscht“ hatten. Sie fanden diese akustischen Leckerbissen viel zu amüsant, um sie dem Vergessen preiszugeben und gründeten die Webseite „belauscht.de“, auf der sie ihre persönlichen „Belauschnisse“, also aufgeschnappte, lustige und originelle Dialoge, veröffentlichten. Schon bald schickten tausende Deutsche, Österreicher und Schweizer ihre eigenen belauschten Geschichten ein. Das Internetprojekt wurde so zu einer einzigartigen und erstaunlichen Sammlung authentischer Alltagskomik im deutschsprachigen Raum, an der sich jeder beteiligen kann. Heute ist sie die meistgelesene Seite dieser Art in Deutschland. Text: Constanze Haffki

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