Gemäldegalerie Berlin - Museumsführer
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Gemäldegalerie Berlin - Museumsführer

Genre
Kunst
Autor
Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Verlag
Prestel
Erscheinungs­datum
23.04.2012
Erscheinungs­form
Paperback, 192 Seiten

Bewertung

Thomas Treichel, Sep 2012

5 / 5 Sternen

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Ein Rundgang für Fußlahme...ist dies Büchlein des Prestel Verlages. Wenn man natürlich persönlich mal wieder nach Berlin käme – aber bis dahin, ja, bis dahin kann man ruhig einmal einen kunstkennerischen Blick auf zart beseitete Abbildungen werfen, welche sich auch außerhalb der Hauptstadt sehen lassen können. Obwohl. Einen Museumsführer kauft man doch eigentlich nur wegen der hin und wieder erwünschten Erfrischung eigener Erinnerungen, gewissermaßen als Stütze, welche die wunderbaren Bilder im Kopf, von den Bildern an den Wänden, möglichst farbig und detailliert eben zurück in den Kopf hebt, oder? Auf dass man sich setzte und sinnend den Kopf wiege, Worte auf den Lippen, wie etwa: „Ach ja, das war aber auch schön!“. Oder nicht?

Fazit

Ha! Nicht notwendigerweise. Behauptet zumindest der Rezensent. Warum nicht erst einmal schauen, ob man sich nach einem Besuch des Museums auch erinnern wollte, so es einen eben nach Berlin verschlüge. Und mit Schmelz in der Stimme sagt man zu sich, nach dem Weglesen des Ersteindrucks, „Ja, ich will …“. Also wenn Berlin, dann Gemäldegalerie. Denn vorgestellt werden allein schon im Buch 300 ausgesuchte Ausstellungsgegenstände, mithin Bilder, in allen Formaten, von vielerlei Paletten Farbigkeit, mit allerlei Thematischem (vor allem aber Christlich-Ikonographisches, griechisch-römische Mythologie und allerlei Symbolträchtiges) aus dem 13. bis einschließlich des 18. Jahrhunderts. Jeweils in zeitliche Kategorien und nationale Abkunft der Künstler geordnet. Eine Besonderheit des Museums wie man aus der kurzen Einleitung über die bewegte Geschichte desselben (Krieg, Auslagerung, Besatzung, Teilung, Wiedervereinigung) erfährt. Denn bereits seit dem frühesten Beginn der Zusammenstellung der Bestände wurde mit kunsthistorischem Anspruch vorgegangen. Soll heißen die Werke wurden so ausgewählt, dass sie möglichst anschaulich die Entwicklung der Malerei repräsentierten. Die Strömungen, die Höhepunkte, die Meister, usw..

Und so ließt man dann auch, auf dem Umschlag rückseitig, Namen wie: Dürer, Raffael, Tizian, Rubens, Rembrandt …. Zwischen den Deckeln finden sich noch mehr Berühmtheiten und man schweift äugend, tändelt durch die Jahrhunderte. Verweilt hier, dann dort, steht in der Kirche vor einem Altarbild. In einer düsteren, niedrigen Stube, vor einem Selbstportrait. Oder auch gern in einem herrschaftlichen Salon, mit hoher Decke unter ornamentierten Türeinfassungen und betrachtet sich eine Venus, die sich aus der Zweidimensionalität heraus erhebt, sich in der Verführungskunst zu versuchen. Wohl erfolgreich?

Aber das klingt ja, als wäre ein Besuch überhaupt durch diesen Leader unnötig geworden? Falsch! Denn natürlich muss man dem Medium zugestehen, dass es „nur“ zu leisten vermag, was seinem Wesen entspricht. Sprich ein zwei Meter hohes Gemälde lässt sich zwar verkleinern, aber wer nicht mit dem Mikroskop Bücher ließt wird wohl nicht den ganzen Detailreichtum würdigen können. Natürlich haben sich die Museumsverantwortlichen bemüht, Bilder auszuwählen die auch in der verkleinerten Darstellung noch eindrücklich wirken, aber live ist eben live.

Im Grunde ist dies der einzige Kritikpunkt, einer den man wie gesagt nicht gelten lassen kann. Denn selbst jener, der einen den älteren Schinken nicht ganz so zuneigenden Geschmack pflegt, kann hier glücklich fündig werden. Damit sei allen diesen der folgende Vierer anempfohlen: „Andrea Mantegna (1431-1506): Maria mit dem schlafenden Kind“, „Correggio (um 1489-1534): Leda mit dem Schwan“, „Caravaggio (1571-1610): Amor als Sieger“ und „Pompeo Batoni (1708-1787): Hochzeit von Amor und Psyche“. Will sagen: Mindestens diese.

Fazit: Kunstinteressiert? Bildungshungrig? Kulturneugierig? Bestellen, besuchen, bewundern. Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ auf die Ohren, Kaffee ins Tässchen oder rötlichen Wein ins Glaserl, den Lieblingssessel ins rechte Licht gerückt, welches auch von Links einfallen darf, und ruhigen Sinnes sich Sinnesfreuen. (Text: Thomas Treichel)

Inhalt
314 farbige Abbildungen, 5 s/w Abbildungen
Sprache
Deutsch
Kaufpreis
9,95 €

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