Couples in Art - Kunstwerke aus dem Metropolitan Museum of Art in New York
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Couples in Art - Kunstwerke aus dem Metropolitan Museum of Art in New York

Genre
Kunst
Autor
Christopher Lyon
Verlag
Prestel
Erscheinungs­datum
26.10.2011
Erscheinungs­form
Gebundenes Buch, Leinen, 160 Seiten, 140 farbige Abbildungen, 30 s/w Abbildungen

Bewertung

Michael Möbius, May 2012

3.5 / 5 Sternen

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Mit dunklem Rot gerändert, springt die Front des zu betrachtenden Bandes den Leser an. Eine junge Schöne in zartes Nichts gehüllt, jedoch kaum verhüllt, sucht mit ihrem blühenden Gefährten, einem schwarz-lockichten Jüngling sichere Zuflucht vor aufziehendem Regen, einen Rückzugsort. Ihr Blick geht in die Wolken, während er nur Augen für sie hat, ein mildes Lächeln auf den Lippen, die, wie zum Kusse, leicht geöffnet.

Die Aufmachung ist tadellos, großformatige Bilder von hervorragender Qualität, harmonische Text-Bild-Arrangements, nur selten ist etwas viel Weiß auf einer Seite ausgestellt. Es finden sich sehr diverse, unterschiedliche Künstler. Aus ebenfalls zahlreich vertretenen Epochen und Zeiten. Darunter sehr berühmte Pinselschwinger und Meißelschläger, wie etwa Picasso, Rodin, Degas, Rembrandt, Klee, Chagall, Manet, Rubens, uvm.. Aber auch solche Werke unbekannter Künstler sind zu entdecken, etwa ein römischer Teller mit Hochzeitsszene, eine elfenbeinerne Spiegeldose aus dem Mittelalter mit filigranem Schnitzwerk, oder einige iranische Wandgemälde, mit Szenen des Alltages, wie auch solchen des Liebesspiels.

Die Auswahl der Werke (durch Colin Eisler) ist somit sehr weitschweifig und vielseitig. Aber eben leider auch sehr oberflächlich. So sind die Texte, welche die Bilder begleiten, immer unverhältnismäßig kurz und enthalten dementsprechend nur wenige Informationen. Was man erfährt ist einem meist vergleichenden Blick geschuldet, der zwei Werke gegenüberstellt, die etwa ein ähnliches Sujet aufweisen, einer Epoche entstammen, eine technische Parallele veranschaulichen, oder ein, mitunter beinahe konstruiert wirkendes, kontrastierendes Merkmal in der Ausführung oder dem Thema der Darstellung beleuchten. So werden vor allem Gemeinsamkeiten aufgezeigt, manchmal, so scheint es zumindest, aber auch verkrampft herbeigeschrieben. Was man kritisieren und als störend empfinden kann, keineswegs aber muss.

Damit einhergehend stellt sich jedoch die Frage was dieses Buch sein möchte. Zuerst einmal ist es ein Ausschnitt der Ausstellung des Metropolitan Museum of Art in New York, also eine Art Teilkatalog des Bestandes. Dann ist es eine thematische Auswahl, welche sich dem Paar widmet, wobei Freunde, Liebende, Verheiratete, Adam und Eva, usw. gemeint sind. Ob nun aus der Mythologie, dem Alltag, in gestellten Situationen, Portraits, Fotos, Gemälde, Statuen und, und, und. Für einen Museums-Katalog zu wenig, die thematische Betrachtung zu umfangreich, wirkt das Buch wie das Fragment einer großen Idee, scheiternd an selbstgewählten Einschränkungen. Etwa die Genügsamkeit bezüglich der Anzahl der Museen und der Großzügigkeit des zeitlichen und begrifflichen Rahmens, was den Terminus „Couple“ betrifft.

Dies ist etwas schade und macht es schwer eine Empfehlung an bestimmte Leser auszusprechen. So kann man eigentlich nur jenen zum Kauf raten, die auch gern einmal durch das Museum schlendern würden. Mit der Einschränkung, dass sie, so sie dies täten, mehr sehen würden. Für solche Leser, mit speziellem Interesse an einem Künstler, einem Stil, einer Epoche, o.ä., empfehlen sich andere Werke mehr.

Wenn es stimmt, dass man mindestens einmal New York gesehen haben sollte, sollte man vielleicht auch die Museen der Stadt nicht links liegen lassen, mit diesem Buch ist somit ein Anfang gemacht. Ein solcher wäre aber eventuell mit dem offiziellen Museumskatalog ein Gelungenerer, der etwa 600 Bilder auf 456 Seiten verteilt und dennoch nur 24,95 US-Dollar kostet (im Online-Museums-Shop).

Insgesamt ist dies Buch aber keinesfalls zu verachten und des Betrachtens absolut wert, des Lesens leider jedoch weniger. Da aber die Bilder das Hauptinteresse potentieller „Leser“ sein werden, gilt: Warum nicht? (Text: )

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